Januar 1972

Das Bunkergeschäft

Der Bunkerölbedarf ist in den letzten Jahren durch den zunehmenden Schiffsverkehr stark gestiegen. Unter der Bezeichnung Bunkeröl fasst man die Heizöle für Dampfkesselanlagen und die Treibstoffe zum Betrieb der Schiffsdieselmotoren zusammen. Da die Mabanaft Nord über ein Tanklager in Kiel verfügt, das in unmittelbarer Nähe des Nord-Ostsee-Kanals liegt, der damaligen meistbefahrenen Seeschifffahrtsstraße, hat die Gesellschaft das Bunkergeschäft aufgenommen.

Bunkerstationen entsprechen im Großen und Ganzen den Überseetanklagern. Sie haben Tanks für jede Sorte von Heizöl. Ein Kesselhaus sorgt für Dampf, mit dem das Öl pumpfähig gehalten wird und die Pumpen, soweit keine Elektropumpen vorhanden sind, angetrieben werden. Man baut die Bunkerstationen so groß, dass der Nachschub mit vollen Tankerladungen erfolgen kann. Es gibt landfeste und schwimmende Bunkerstationen. Der Bunkerölbedarf der Schifffahrt ist erheblich. Für die Auswahl des Bunkeröls sind außer der Art des Schiffsantriebs auch die Anordnung und die Ausrüstung der Ölbunker, die auf dem Schiff vorhandenen Bunkerölleitungen und die Pumpeneinrichtungen maßgebend. Gasöl, das Mabanaft aus dem Kieler Tanklager verkauft, wird meist von kleineren Schiffen zum Eigenantrieb verwendet, größere Schiffe verbrennen schwerere Öle.

Wichtig für das Bunkergeschäft ist der Kontakt zu den Reedereien und zu den Maklern. Sie informieren Mabanaft, welche Schiffe wann den Nord-Ostsee-Kanal passieren und was sie verbrennen. Die Mitarbeiter von Mabanaft rufen die Schiffe an, sobald sie auf Höhe des Kieler Leuchtturms sind, und fragen, ob sie bei der Gesellschaft bunkern wollen. Wenn ja, machen die Schiffe im Scheerhafen fest, man schließt an Bord die Schläuche an und beginnt mit dem Pumpen.