August 1985

Die Beteiligung an mehreren Kohleminen in den USA

Seit 1974 ist die Familie Weisser direkt oder über Marquard & Bahls an mehreren Kohleminen in den USA beteiligt. Bisher hat dieser Geschäftsbereich aus vielen Gründen, wie z.B. dem Preisverfall der Kohle und fehlendem technischem Know-how, nicht den gewünschten Erfolg. Um dies zu ändern, ist zunächst eine Bestandsaufnahme notwendig. Entscheidungskriterien dafür sind:

  • Die Menge der vorhandenen abbaubaren Kohle
  • Die Möglichkeit, weitere Kohlevorräte zu erwerben
  • Die bergmännischen Abbaumöglichkeiten der Kohle
  • Die Abbaukosten pro Tonne Kohle
  • Die auf den Kohlevorkommen sowie den bestehenden Minen liegenden Altlasten
  • Die Höhe der Flöze, deren Zugänglichkeit sowie der Schwefelgehalt

Bei Roag Melcroft und der Roag Kentucky sind viele der genannten Parameter nicht zur Zufriedenheit gegeben. In den in West Virginia vorhandenen Kohlevorräten, die durch Carter Roag abgebaut werden, sieht man die Möglichkeit, einen wirtschaftlichen Bergbau zu betreiben. Ziel muss es sein, große Mengen von Kohle kostengünstig abzubauen. Nur so kann man bei sinkenden Kohlepreisen erfolgreich sein. Hierfür muss man die Reserven so ausweiten, dass der Einsatz moderner Techniken im Abbau, in der Aufbereitung, im Transport sowie in der Verladung der Kohle wirtschaftlich vertretbar ist. Marquard & Bahls kauft also neues Kohleabbaugerät, baut eine Bahn in den Berg, um die Mitarbeiter und die zum Abbau notwendigen Hilfsmittel schneller zur Abbaustelle bringen zu können, verfeinert die Waschanlage der Kohle und schafft eine moderne Verladeeinrichtung für die Beladung der Eisenbahnwagen, die die Kohle zum Verbraucher bringt. Um diese Maßnahmen umzusetzen, benötigt Marquard & Bahls vor allem auch neue Mitarbeiter und zwar vom Manager der Mine bis zum Vorarbeiter. Nur so kann das Unternehmen die neue Abbauphilosophie und den Einsatz der neuen Technik umsetzen. Man ist mit der Suche nach diesen Mitarbeitern sehr erfolgreich und hat 1985 ein hoch motiviertes Team vor Ort und zwar für alle Bereiche wie Bergbau, Verwaltung und Verkauf. Mit diesem Team gelingt es Marquard & Bahls in den letzten Jahren, stärker und schneller die Kosten zu reduzieren, als der Kohlepreis verfällt. Dies führt dazu, dass man für 1986, spätestens aber für 1987 mit den ersten Gewinnen rechnet.