September 1965

Einführung der Pflichtbevorratung

Die Pflichtbevorratung wird am 14. September 1965 in Deutschland eingeführt, um im Krisenfall genügend Öl im Inland zur Verfügung zu haben. Für die großen Konzerne ist die Pflichtbevorratung kein Problem, da sie über ausreichend Tankläger verfügen. Für die unabhängigen Mineralölhändler bedeutet die Pflichtbevorratung eine unzumutbare Kapitalbindung.

Im Jahre 1967 beschließt Tampimex (Mitglied der AFM), gegen dieses Gesetz zu prozessieren. Tampimex zieht vor das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Da abzusehen ist, dass sich der Prozess über einige Jahre hinziehen wird, zieht Marquard & Bahls (Mitglied der AFM) ebenfalls vor Gericht, um während der Prozessdauer ein Aussetzen der Pflichtbevorratung zu erwirken. Diesen Prozess gewinnt Marquard & Bahls. Die Aussetzungszeit nutzt Marquard & Bahls, um sich vorsorglich genügend Tankraum für die Pflichtbevorratung in Deutschland zu beschaffen. Der Ausbau der Tanklagerkapazitäten erweist sich als richtig.