Februar 1979

Mabanaft GmbH verlässt Hamburg und geht nach Neuss

Die größte konzernfreie Mineralölhandelsgesellschaft Europas hat den Firmensitz der Mabanaft GmbH nach Neuss verlegt. Damit reagiert das Unternehmen auf das Verbot, leichtes Heizöl mit mehr als 0,3% Schwefelgehalt importieren zu dürfen. Die gesetzliche Beschränkung des Schwefelgehalts für Gasöl auf einen Anteil von 0,3% gilt seit Anfang des Jahres. Mabanaft hat für eine Übergangszeit eine Ausnahmegenehmigung beantragt, aber der Hamburger Senator lehnt ab. Im Gegensatz zu den Mineralölkonzernen, die für ihre Importe Einfluss auf die eigene Raffinerieproduktion im Ausland nehmen können, hängt Mabanaft mit dem überwiegenden Teil ihrer Bezüge an Mitteldestillaten von ausländischen Raffinerien ab, die sich bis dahin noch nicht voll umgestellt haben.

Die freien Importeure haben für das laufende Jahr bei dem jeweils zuständigen Bundesland Ausnahmebewilligungen für importiertes Heizöl mit dem bisherigen Schwefelgehalt beantragt. Der Länderausschuss der Innenminister bewilligt die Anträge. Nicht so der Hamburger Senator: Es gibt für Mabanaft trotz Hinweis auf die unzumutbaren Wettbewerbsverzerrungen keine Ausnahmegenehmigungen. Mabanaft zieht daraus die Konsequenzen und erhält die Ausnahmegenehmigung am neuen Firmensitz.