Ökologische & soziale Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Öl & Gas

Wir sind uns der Risiken für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft bewusst, die mit den Tätigkeiten entlang der Öl- und Gas-Wertschöpfungskette einhergehen können. Daher ist es unser Ziel, Risiken frühzeitig zu erkennen und negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten sowie in den von uns beeinflussbaren Bereichen so gering wie möglich zu halten.

Im Folgenden geben wir eine Übersicht über potenzielle ökologische und soziale Herausforderungen der Wertschöpfungskette von Öl und Gas und zeigen auf, in welchen Bereichen wir über unsere Tochtergesellschaften aktiv sind.

Ökologische & soziale Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Öl & Gas

Exploration, Förderung & Rohöllagerung

Die Exploration & Produktion umfasst die Suche nach Lagerstätten, die Erschließung von Feldern und die Förderung von Erdöl und -gas. Generell stellen Explorations- und Produktionstätigkeiten Eingriffe in die Natur dar, weshalb sie eine potenzielle Gefährdung für Ökosysteme sind. Darüber hinaus können technische Mängel, menschliches Versagen und Naturkatastrophen zu schwerwiegenden Unfällen wie Bränden führen. Eine besondere Herausforderung stellen Tiefseebohrungen dar, da diese mit hohem technischem Aufwand verbunden sind und aufgrund der schwerwiegenden ökologischen Folgen von Ölunfällen und erschwerten Förderbedingungen aufwendige Sicherheitsmaßnahmen erfordern. Der Transport von Rohöl findet vor allem mit Pipelines und seegehenden Schiffen von den Feldern zu den Raffinerien statt, wobei es zu Ölaustritten kommen kann. Die bei der Förderung und beim Transport mit Schiffen ausgestoßenen Treibhausgase tragen zudem zur Klimaerwärmung bei.

Unser Standort in Açu Port, Brasilien, bietet Umschlagmöglichkeiten von Rohöl an und einige Tanklagerstandorte in Deutschland, Argentinien, Kolumbien und Indien bieten Rohöllogistik an.

Ökologische & soziale Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Öl & Gas

Raffinerie

In Raffinerieanlagen wird Erdöl destilliert, gereinigt und veredelt, um Kraft-, Schmier- oder auch chemische Grundstoffe für die Kunststoffindustrie herzustellen. Durch den Umgang mit Gefahrstoffen und Arbeitsprozesse in hohen Druck- und Temperaturbereichen bergen Raffinerien das Risiko von Produktaustritten und Bränden, die negative Auswirkungen auf die Umwelt, Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter wie auch auf die umliegenden Gemeinden haben können. Zudem sind die Prozesse meist sehr energieintensiv, was zur Klimaerwärmung beiträgt. 

Marquard & Bahls besitzt oder betreibt keine Raffinerien oder petrochemischen Anlagen. In Argentinien lagern wir jedoch Erdöl ein, das Raffinerien versorgt. Zudem lagern wir auf unseren Tanklägern in Texas City, Cartagena, Antwerpen und Singapur Produkte und Gase, die an petrochemischen Anlagen geliefert werden oder von ihnen kommen.

Ökologische & soziale Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Öl & Gas

Handel

Der Handel von Mineralölprodukten umfasst zum einen das physische Handelsgeschäft wie auch den Papierhandel mit Devisen oder Wertpapieren an Mineralölbörsen. Das Handelsgeschäft ist dabei eng mit dem Transport der Produkte verzahnt und birgt daher transportbedingte ökologische Risiken. 

Unsere Tochtergesellschaften unter dem Dach von Mabanaft konzentrieren sich als unabhängige Anbieter auf den physischen Handel von Mineralölprodukten wie Heizöl, Diesel, Benzin, Jet Fuel, Schiffskraftstoffen oder Biokraftstoffen. Eine Kernaktivität ist dabei der regionale Handel und Großhandel in Singapur und Nordwesteuropa.

Ökologische & soziale Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Öl & Gas

Produktlagerung

Zwischen den Ölfeldern dieser Welt und den Verbrauchern von Mineralölprodukten, Gasen und Chemikalien kommt der Lagerung eine wichtige Funktion zu. Das wesentliche Risiko resultiert hier aus dem Umgang mit leicht entzündlichen, umweltgefährdenden und teils toxischen Produkten. Die Prävention von Unfällen, Leckagen und Bränden ist daher ein besonderer Schwerpunkt bei der Tanklagerung. Tankläger erhalten die einzulagernden Produkte per seegehenden Schiffen, Binnenschiffen, Pipelines, Kesselwagen wie auch Tankkraftwagen. Die transportbedingten Risiken entsprechen den bereits genannten in den anderen Bereichen. 

Im Bereich der Lagerung ist vor allem unsere Tochtergesellschaft Oiltanking aktiv. Zudem betreibt Skytanking Flughafentankläger zur Lagerung von Jet Fuel.

Ökologische & soziale Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Öl & Gas

Distribution & Endverbrauchergeschäft

Im Bereich Distribution & Endverbrauchergeschäft werden Kunden mit Kraft-, Brenn- und Schmierstoffen versorgt. Das in diesen Bereich fallende Betankungs- und Endverbrauchergeschäft ist eng mit dem Transport der Produkte verzahnt. Es bestehen daher transportbedingte Risiken. Zudem bergen Betankungsvorgänge, z.B. von Schiffen, Tankkraftwagen und Flugzeugen, das Risiko von Unfällen und Produktaustritten. 

Wir sind insbesondere über die Tochtergesellschaften von Mabanaft in den Bereichen Schiffsbetankung, Tankstellen- wie auch Heizölendverbrauchergeschäft tätig. Skytanking bietet zudem die Betankung von Flugzeugen an.

Ökologische & soziale Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette von Öl & Gas

Nachgelagerte Wertschöpfung

Während der verschiedenen Schritte der Wertschöpfungskette entstehen zum einen Abfälle sowie Abwässer, die fachgerecht entsorgt werden müssen. Zum anderen kommt es in der nachgelagerten Kette in der Regel zum tatsächlichen Verbrauch bzw. zur Verbrennung der Produkte, was durch die Freisetzung von Treibhausgasen zur globalen Klimaerwärmung beiträgt.